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WoW/EVE: Und es war/ist doch nicht alles schlecht

Ich spiele jetzt seit einigen Monaten kein World of Warcraft mehr. Hört sich nach dem Geständnis eines Drogenjunkies an und zum Teil ist es das ja auch. Gerade die ersten paar Jahre mit Vanilla und Burning Crusade habe ich einiges in meinem Leben vernachlässigt wegen des MMOs. Vielleicht sogar zuviel. Ich weiß es nicht.

Darauf möchte ich an der Stelle jetzt aber nicht weiter eingehen, sondern eher zeigen, dass mit etwas Abstand – egal zu welchem MMO oder Spiel im Allgemeinen – alles etwas anders aussieht. Eine Floskel, ein Stammtischspruch. Allerdings habe ich das in Bezug auf Spiele jetzt bewusst zum ersten Mal erlebt und kann daher diverse Dinge, die in der EVE Community derzeit passieren, nicht (mehr) ganz nachvollziehen.

Fangen wir mit WoW an: Anfangs, als Noob in WoW und MMOs überhaupt, war natürlich alles toll. Man saugte die Atmosphäre auf, man beschwerte sich nicht lauthals, wenn man mal wieder 30 Minuten und länger durch die Gegend laufen musste, um zum nächsten Questgeber zu kommen. Man kannte es ja nicht anders. Dennoch wurden in den Foren immer wieder Wünsche nach Erleichterungen laut. Blizzard gab sie früher oder später den Spielern. Und wie dankte man es ihnen? Mit Flames und noch lauteren Beschwerden als vorher. Dieses Spielchen geht bis heute so. Blizzard baut ein neues Feature ein, das von vielen Spielern gewünscht wird, und bekommt dafür im gleichen Zug von etlichen Spielern verbal auf den Deckel.

Die Raids sind zu schwer? Blizzard nerft sie. Die Raids sind zu leicht? Blizzard bringt knochenharte Instanzen. Und nerft sie später wieder, weil der Kreislauf von Vorne beginnt. So geht das in jedem Bereich des Spiels. Mit dem erwähnten Abstand allerdings sieht das noch lächerlicher aus. Gerade die Leute, die am lautesten nach dem “guten, alten” Vanilla schreien, würden sicherlich Weinkrämpfe bekommen, würde Blizzard wieder die ganzen zusätzlichen Flugpunkte entfernen, Mounts ab Level 40 statt 20 und etliche andere Reiseerleichterungen entfernen, ewig lange und zum Teil extrem harte Zugangsquests für Raids wieder einführen und Legendarys wie früher so ins Spiel einbauen, dass nur ganz wenige Hardcore Gilden in den Genuss dieser Items kommen würden.

Bei normalen Spielen gibt es dieses Phänomen ebenfalls. Die Spieler schreien nach mehr Neuerungen im nächsten Teil, beschweren sich dann aber, dass zuviel geändert wurde. Wenn man wenigstens sagen würde: “Hört zu, liebe Entwickler. Danke für den Versuch, aber Feature X ist nicht das gelbe vom Ei, bitte macht es doch so und so”. Aber nein. Ihr kennt die Forenbeiträge: “Ihr sch%$& verdammten Hu$§@&%öne! Ihr könnt nichts! Ihr habt UNSER Spiel kaputt gemacht! Ich kaufe nie mehr was von euch/beende sofort mein Abo!” – natürlich ohne korrekte Grammatik, Rechtschreibung, Satzbau, Interpunktion, dafür mit Capslock.

Liebe Kiddies, bitte merken: Flames ungleich konstruktive (sprich: hilfreiche) Kritik die eventuell den Entwicklern hilft zu verstehen was ihr wollt.

So ähnlich ist es in EVE. Aber halt nicht ganz. Die Klientel ist deutlich älter, das alleine bringt schonmal mehr Sachlichkeit und Ruhe in die Diskussionen. Das Spiel ist dabei auch für eher gemütliche Spielertypen geeignet, was ebenso hilft, ein ruhiges Gespräch führen zu können. Und dennoch bekommt CCP schon seit Jahren in den Foren gesagt, dass EVE tot sei. Ok, diese Zweckpessimisten gibt es immer und überall und waren bisher nur ein kaum hörbares Rauschen – verglichen mit anderen Spieleforen.

Diesen Sommer hat CCP aber mit Incarna, Monoclegate etc. anscheinend soviel verkehrt gemacht, dass es fast schon WoW ähnliche Zustände angenommen hatte. Inzwischen ist es deutlich ruhiger, auch weil man sich bei CCP auf seine Stärken besinnte: die Kommunikation mit der Community. In diesem Fall auch mit Hilfe des CSM, die extra dafür nach Island zu einer Art “Notfallmeeting” eingeflogen wurden.

Einen solchen direkten Draht zur Community kann meiner Meinung nach keine andere Spieleschmiede der Welt vorweisen. Aber auch hier ist das Problem: die Erwartungen der Spieler an eine Erweiterung im Allgemeinen und Incarna im Speziellen waren völlig verschieden von dem, was CCP zuvor bekannt gab. Es wurde genau das angekündigt, was schlussendlich kam. Nichts wirklich spielbares, nur eine hübsche Grafikdemo von dem, was da in Zukunft kommen mag.

Und dennoch beschwerten sich einige Spieler zunächst lauthals über die Erweiterung an sich. Und fast zeitgleich auch über die Preise im neuen Itemshop. Zugegeben, die Preise sind wirklich hoch verglichen mit den Itemshops anderer Spiele. Allerdings kann man und wird man auch in Zukunft nur kosmetische Items in EVE für bares Geld kaufen können. Und CCP kündigte an, dass nach und nach immer wieder neue und auch günstigere Klamotten und Accessoirs ins Spiel kommen werden und in nicht allzu ferner Zukunft natürlich auch spielbare Inhalte für Walking in Stations.

Was viele eventuell vergessen: EVE versucht trotz des SciFi Settings relativ nahe am echten Leben zu bleiben. Eine Sandbox mit echtem Wirtschaftskreislauf, das gesetzlose 0.0, in dem der Stärkere überlebt, erlaubtes Scamming, also Reinlegen/Verarschen von Spielern, dem Verlust von Schiffen und Items etc.

Man stelle sich das mal in WoW vor: wenn dort jemand im Handelschat schreiben würde “Kündige meinen Account, verschenke daher meine Sachen. Wer mir das meiste Gold schickt, bekommt alles von mir” und tatsächlich jemand drauf reinfällt, würde dieser Trickbetrüger sofort verwarnt, wenn nicht sogar gleich ganz gesperrt. Der Betrogene bekommt sein Gold zurück. Oder beim Ableben würde man sein Mount und seine komplette Ausrüstung und den kompletten Inhalt des Inventars verlieren.

Was ich sagen will: so wie EVE schon immer auf einen “Komfort- und Wohlfühlfaktor” verzichtet hat, verhält es sich auch mit dem Itemshop. Er ist nicht für jeden gedacht. Wer etwas haben will, muss es sich vorher verdienen. Es überrascht mich sogar ein wenig, dass man alle im Itemshop gekauften Items behält, wenn man mal im Pod abgeschossen wird. Außer man hat diese Items im Frachtraum.

EVE hat meiner Meinung nach eine erfreuliche Zukunft vor sich: der Vision, eine allumfassende SciFi Sanbox zu kreiren, kommt CCP immer näher. Anfangs gab es nur den Weltraum und die Internetspaceships. Inzwischen kann man auch mit den Planeten etwas anfangen, auf den Stationen rumlaufen (jajajaja, nur im CQ, aber das wird ja bald erweitert) und mit Dust 514 wird man dann auch die Planeten betreten können. Ich finde diese Vision an sich fantastisch. Als Spieler bekommen wir langsam aber stetig immer mehr Möglichkeiten an die Hand, die Sandbox zu gestalten. Das könnte einigen vll etwas zuviel Freiheit sein, weil sie von den zahlreichen Möglichkeiten, EVE zu spielen, erschlagen werden. Aber das ist halt EVE. Es ist nicht für jedermann. Und das sollte man dem Management von CCP auch mal mitteilen. Die Devs können für die Ereignisse im diesjährigen Sommer herzlich wenig.

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EVE Online: Itemshop bringt mächtig Ärger

Was CCP in den letzten Wochen in Sachen Communitypflege an den Tag gelegt hat, ist filmreif. Zunächst verdirbt man es sich mit einigen Spielern, als man kostenpflichtige Lizenzen für Dritthersteller von Software für EVE Online ankündigt. Die Welle der Empörung war aber ein Wellchen in der heimischen Badewanne, verglichen mit dem was derzeit in der Community los ist.

Wir erinnnern uns: mit Incarna hielten die Kapitänsquartiere samt Itemshop Einzug ins Universum von EVE. Allerdings prangten Mondpreise auf den Klamotten und Accesoirs: umgerechnet 40€ für ein Monokol war die Spitze des Eisbergs, die billigsten Klamotten bekommt man nicht unter 7€.

Aber auch das für die Spieler noch halbwegs zu verkraften. Nicht aber, was danach folgte: ein interner Newsletter von CCP machte die Runde in dem zur Diskussion aufgerufen wurde, ob in Zukunft spielrelevante Items ins Angebot des Itemshops aufgenommen werden sollten. Vor der Einführung des Itemshops dementierte CCP solche Planungen rigoros. Das hat sich inzwischen aber geändert. Auf die einfache Frage der Community, ob CCP es sich anders überlegt hätte und nun doch Schiffe, bessere Munition etc. im Itemshop zu verkaufen, kam lange Zeit keine Antwort. Bis heute ist ein eindeutiges Dementi ausgeblieben.

Stattdessen ließ einer der führenden Angestellten von CCP per Blog seinem Unmut über die harsche Kritik der Community freien Lauf. Ein paar Tage später entschuldigte er sich, wieder per Blog, dafür. Aber da war es schon zu spät. Eine geleakte Firmenmail tauchte auf, in der sinngemäß das Folgende stand: mit der Kritik über die erhöhten Preise war zu rechnen, allerdings beweisen 50 verkaufte Monokel, dass man sich am Verhalten der Kunden orientieren solle und nicht an dem, was die Mehrheit in den Foren so von sich gibt.

Alles in Allem ein PR GAU, den sich CCP da eingebrockt hat. Tausende Spieler kündigten an, ihre Abos nicht verlängern zu wollen, viele sehen EVE Online inzwischen zu sehr richtig Casualecke driften und kritisieren, dass CCP mit den Lizenzen für Dritthersteller und dem Itemshop inzwischen zu deutlich und zu übertrieben versucht, auch den letzten Cent aus ihrem Vorzeige MMO quetschen zu wollen.

Ich selbst sehe es etwas pragmatischer: CCP ist eine Firma mit 700 Angestellten, die neben EVE auch an Dust 514 und World of Darkness arbeiten. Eine Firma will und muss Geld verdienen. Allerdings hätte man das mit weniger Holzhammer und mehr Feingefühl der Community beibringen können. Und ich bin mir sicher: kosmetische Items zu vernünftigen Preisen würden langfristig mehr Geld bringen und der Community weniger sauer aufstoßen als das aktuelle Angebot.

Gänzlich abzulehnen sind meiner Meinung nach spielrelevante Items wie bessere Munition, Schiffe oder Implantate. Das würde Spieler mit einem dicken Geldbeutel bevorteilen und würde einen wichtigen Grundsatz von EVE Online arg zum Wackeln bringen: Skill zählt mehr als alles andere.

Hoffen wir, dass CCP es sich nicht noch mehr mit seinem wichtigsten Kapital verscherzt: der Community. Denn in einem Sandboxspiel wie EVE Online sind die Spieler nicht nur Kunden, sondern auch wichtigster Bestandteil und treibende Kraft im Spiel.

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EVE Online: Incarna ist da – und bringt Ärger

Wieviele Jahre CCP den Spielern von EVE Online versprochen hat, “bald” mit echten Charakteren auf Stationen herumlaufen zu können, habe ich nicht mitgezählt. Es dürfte aber locker für ein Drittel Duke reichen.

Jetzt ist “Walking on Stations” aka Incarna endlich da. Das Sommeraddon für CCPs SciFi MMOG bringt deutlich weniger, als bisherige Addons. Und das soll was heißen: die halbjährlich erscheinenden Addons waren noch nie berühmt für ihren Umfang. Aber es kamen wenigstens immer neue Features dazu, die zumindest für ein paar Monate Abwechslung brachten. Außerdem erscheinen sie regelmäßig, sind kostenlos und verbessern seit Jahren kontinuierlich EVE Online.

Das ist bei Incarna leider nicht der Fall. Der Spieler kann jetzt seine eigenes Kapitänsquartier besuchen, dort herumlaufen und auf diverse Stationsservices zugreifen. Aber warum erst zu einem Hologramm seines Schiffes laufen, mit der Maus drüber fahren und aus dem aufklappenden Menü den Fittingscreen auswählen, wenn ich auch wie bisher ganz normal auf einen Button in der Menüleiste klicken kann?

Ja, es sieht alles hübsch aus und zeigt uns einen Vorgeschmack von der geplanten Überarbeitung des Interface. Aber es bringt spielerisch rein gar nichts. Man ist alleine in seinem Quartier. In einem MMO. Alleine. Keine Interaktion mit anderen Spielern möglich.

Natürlich wird das nicht auf Ewig so bleiben. Sicherlich wird man irgendwann auch den Rest der Station begehen können und es werden wirkliche spielrelevante Features eingeführt und man wird auch andere Charaktere herumlaufen sehen und mit ihnen interagieren können. Aber das wird dauern.

Incarna bringt aber noch zwei weitere “Features”: pro Sonnensystem ist nur noch eine Jumpbridge erlaubt. Das hat vor allem für große Allianzen im Nullsec Auswirkungen.

Viel bedeutender vor allem für die Carebears im Highsec ist aber der neue Itemshop: mit der neuen Währung Aurum kann man sich Klamotten, Brillen und dergleichen für seinen Charakter kaufen. Aurum bekommt man für PLEX Lizenzen. Allerdings verzichtet man zugunsten von 3500 Aurum auf 30 Tage Spielzeit, die man normalerweise für die PLEX hätte bekommen können. Das führt bei den derzeitigen Preisen im Itemshop zu der, sagen wir mal “interessanten”, Situation, dass man für eine neue virtuelle Brille umgerechnet mehr bezahlt als für eine echte Brille.

Umgerechnet $68 sind derzeit etwa für ein Monokel fällig. Da soll nochmal einer über die $20 für ein Mount in World of Warcraft meckern…

Mehr zum Thema findet ihr auf golem.de und massively.com

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WoW: Geflügelter Wächter im Blizzard Shop

Man stelle sich das mal vor: 20€ für ein Mount. Es gibt inzwischen hunderte von Mounts im Spiel die man kostenlos bekommen kann und trotzdem scheffelt Blizzard weiterhin ordentlich Kohle mit ihrem Itemshop. Wer’s braucht…

Der geflügelte Wächter im Blizzard Shop

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