Was CCP in den letzten Wochen in Sachen Communitypflege an den Tag gelegt hat, ist filmreif. Zunächst verdirbt man es sich mit einigen Spielern, als man kostenpflichtige Lizenzen für Dritthersteller von Software für EVE Online ankündigt. Die Welle der Empörung war aber ein Wellchen in der heimischen Badewanne, verglichen mit dem was derzeit in der Community los ist.
Wir erinnnern uns: mit Incarna hielten die Kapitänsquartiere samt Itemshop Einzug ins Universum von EVE. Allerdings prangten Mondpreise auf den Klamotten und Accesoirs: umgerechnet 40€ für ein Monokol war die Spitze des Eisbergs, die billigsten Klamotten bekommt man nicht unter 7€.
Aber auch das für die Spieler noch halbwegs zu verkraften. Nicht aber, was danach folgte: ein interner Newsletter von CCP machte die Runde in dem zur Diskussion aufgerufen wurde, ob in Zukunft spielrelevante Items ins Angebot des Itemshops aufgenommen werden sollten. Vor der Einführung des Itemshops dementierte CCP solche Planungen rigoros. Das hat sich inzwischen aber geändert. Auf die einfache Frage der Community, ob CCP es sich anders überlegt hätte und nun doch Schiffe, bessere Munition etc. im Itemshop zu verkaufen, kam lange Zeit keine Antwort. Bis heute ist ein eindeutiges Dementi ausgeblieben.
Stattdessen ließ einer der führenden Angestellten von CCP per Blog seinem Unmut über die harsche Kritik der Community freien Lauf. Ein paar Tage später entschuldigte er sich, wieder per Blog, dafür. Aber da war es schon zu spät. Eine geleakte Firmenmail tauchte auf, in der sinngemäß das Folgende stand: mit der Kritik über die erhöhten Preise war zu rechnen, allerdings beweisen 50 verkaufte Monokel, dass man sich am Verhalten der Kunden orientieren solle und nicht an dem, was die Mehrheit in den Foren so von sich gibt.
Alles in Allem ein PR GAU, den sich CCP da eingebrockt hat. Tausende Spieler kündigten an, ihre Abos nicht verlängern zu wollen, viele sehen EVE Online inzwischen zu sehr richtig Casualecke driften und kritisieren, dass CCP mit den Lizenzen für Dritthersteller und dem Itemshop inzwischen zu deutlich und zu übertrieben versucht, auch den letzten Cent aus ihrem Vorzeige MMO quetschen zu wollen.
Ich selbst sehe es etwas pragmatischer: CCP ist eine Firma mit 700 Angestellten, die neben EVE auch an Dust 514 und World of Darkness arbeiten. Eine Firma will und muss Geld verdienen. Allerdings hätte man das mit weniger Holzhammer und mehr Feingefühl der Community beibringen können. Und ich bin mir sicher: kosmetische Items zu vernünftigen Preisen würden langfristig mehr Geld bringen und der Community weniger sauer aufstoßen als das aktuelle Angebot.
Gänzlich abzulehnen sind meiner Meinung nach spielrelevante Items wie bessere Munition, Schiffe oder Implantate. Das würde Spieler mit einem dicken Geldbeutel bevorteilen und würde einen wichtigen Grundsatz von EVE Online arg zum Wackeln bringen: Skill zählt mehr als alles andere.
Hoffen wir, dass CCP es sich nicht noch mehr mit seinem wichtigsten Kapital verscherzt: der Community. Denn in einem Sandboxspiel wie EVE Online sind die Spieler nicht nur Kunden, sondern auch wichtigster Bestandteil und treibende Kraft im Spiel.
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